Entwicklungskriterien für gemeinschaftlichen, selbstorganisierten wohnprojekte, genossenschaften, baugemeinschaften
experimentcity reagiert auf die Schwierigkeit, aus dem Ideal „Nachhaltigkeit“ ein konkret fassbares Programm zu entwickeln – in der Überzeugung, dass es dabei nicht bloß um einen Begriff der Politik oder der Ökoszene geht. Es ist an der Zeit, eine neue Nachhaltigkeitsdiskussion und -Praxis zu finden, weg von den starren Ideologien, hin zu flüssigen, offenen Formen der Mitgestaltung des eigenen und gesellschaftlichen Lebens.
Gerade Initiativen wie Wohnprojekte, die im städtischen Umfeld entstehen, können im „urbanen Jahrtausend“ den Weg hin zur Zukunftsfähigkeit von neuen sozialen Strukturen, Wirtschaften und Lebensentwürfen zeigen. Was vielen Protagonisten der Kultur- und Projektszene in Städten fehlt ist dennoch das Bewusstsein über diese wesentliche Rolle ihrer Initiativen. experimentcity will jenes wecken und zeigen, dass es schon viele nachhaltige Ansätze gibt!
Dabei helfen die „Nachhaltigkeitskriterien“, eine Art Orientierung für etablierte sowie beginnende Projekte. Anhand der in fünf Kategorien zusammengefassten Ziele fällt es leichter, die eigene Initiative im Sinne der Zukunftsfähigkeit einzuschätzen.
kreativ + zukunftsorientiert
das heißt z.B.:
- innovative Neugestaltung von Brachflächen/Gebäuden (ist das Projekt schon mal realisiert worden in der Stadt / der Region / dem Land / EU weit…?)
- kreative, soziale Kommunikations-, Organisations- und Kontrollformen
- Es wird Wert auf die visuelle Wirkung auf das urbane Umfeld gelegt
- interdisziplinär und übertragbar mit Vorbildwirkung
demokratie + partizipation in der praxis
das heißt z.B.:
- Das Projekt basiert auf gleichbeteiligter Kooperation,
- Seine Struktur ist nach Innen und Außen transparent
- Die Mitwirkenden können ihre Kenntnisse und Erfahrung, also ihr persönliches „Vermögen“, einsetzen und aufwerten
- Das Projekt zeigt, dass Differenz kein Hindernis, sondern bereichernde
Komponente von einem kreativen Stadtleben ist
sozial gerecht + engagiert
das heißt z.B.:
- soziale und kulturelle Vielfalt (Integration und Erhaltung von kultureller und regionaler Identität)
- Verantwortung für die Gemeinschaft (nachbarschaftliche Hilfe)
- Wie barrierenfrei und zugänglich ist das Projekt?
- Geschlechter- und Generationsgerechtigkeit
- Welche innovativen Formen des Zusammenlebens in der Gemeinschaft können tragfähige Strukturen entwickeln und von gegenseitigem Nutzen sein (generationsübergreifend / multikulturell / sektorübergreifend)?
wirtschaftlich tragfähig + innovativ
das heißt z.B.:
- finanzielle Selbsttragbarkeit
- Erhalt und Schaffung von Arbeitsplätzen
- neue Trägerformen und Partnerschaften (Nachbarschaftsnetzwerke zur Finanzierung)
- förderlich für wirtschaftliches Umfeld
- alternative Wirtschaftsweisen (z.B. Tauschprinzip), Versorgungsfunktion
- Marktchancen – Angebot und Nachfrage
- Zielgruppen des Projekts sind klar definiert
ökologisch + gesund
das heißt z.B.:
- Umnutzung vorhandener Strukturen (Bausubstanz, etc.)
- Abfall-, Emissions- und Lärmvermeidung
- Begrünung und Vermeidung von Versiegelung
- Nutzung von umweltverträgliche Mobilitätsformen, Materialien und Technologien
- Ressourcenkonsum und Energieverbrauch senken
