Wohnformen

Die wachsende Vielfalt der städtischen Bevölkerung und der Lebensstile erfordert eine Vielfalt an Wohnformen. Doch durch steigende Grundstückspreise und Mieten sowie das Verschwinden von Freiflächen wird es in Berlin immer schwieriger diese Vielfalt zu erhalten. Werden alternative, nachhaltige und nicht-spekulative Wohnmodelle unterstützt oder ausgebremst? Wie kann eine demokratische, kreative und nachhaltige Stadtentwicklung in Zeiten der Wirtschaftskrise und geringen öffentlichen Finanzmitteln befördert werden?
Selbstorganisiertes Wohnen, als ein Schlüsselelement des zukunftsfähigen Berlins, kann neben anderen wichtigen Aspekten einen Beitrag zur Stadtentwicklung leisten:

  • nachhaltigen und experimentellen Projekten
  • partizipatorischen, nachbarschaftlich orientierten Strukturen
  • pionierhaften Beispielen von Umwelttechnologien und Energieeffizienz
  • komfortablen und sicheren Wohnformen, in denen Alt und Jung zusammenleben können (Intergenerationalität)

52 comments to Wohnformen

  • carl.id22

    Michael: Wir brauchen eine Mischung von Aufstand und Gärtenprojekten und experimentellen Projekten.

  • carl.id22

    Zosch> Wem nutzen Mieterhöhungen? Nur den Blutsaugern!

  • carl.id22

    Matthias: Grund und Boden – ein Grundrecht. Der grundsätzliche Umschwung in der Stadtentwicklung wurde durch die Hausbesetzerbewegung 1969-81 vorangetrieben. Geht es ohne diese Art von Bewegung?

    • Sigrun

      Ich halte wenig davon, die Vergangenheit als Maßstab zu machen.  Hier in Berlin war es eine Kombination verschiedener Rahmenbedingungen, die diesen Umschwung ermöglichte.  Mich lehrt die Situation heute, dass erstrittene Freiräume unter Finanzdruck von Kommunen wieder verloren gehen können. Eine gesicherte Zukunft unabhängig von staatlichen Zumwendungen aufzubauen halte ich für wichtig. Dazu gehört die Verfügungsgewalt über Grund und Boden, aber gleichzeitig die  Abkopplung von Gewinninteressen. Langfristige Erbpacht ( im übrigen auch für Gärten) besser noch Genossenschaften halte ich für einen solchen Weg.

  • carl.id22

    Angelika: Was wir versuchen in einem Projekt: Man könnte Strukturen schaffen, z.B. Miete u. Eigentum nebeneinander. Nicht immer vorgeplant, sondern es entsteht. Lücken / Raum lassen, dass etwas entwickeln u. entstehen kann.

  • carl.id22

    Gemeinschaftsprojekte – um die Anonymität in der Großstadt aufzuheben!

    • Sigrun

      Du ehrlich, ich kann mir kaum eine kommunikativere Großstadt als Berlin vorstellen. Die sozialen Netzwerke, besonders unter der armen Bevölkerung sind ausgezeichnet. Du musst  nur mal das Leben in den Neuköllner Dart-Kneipen unter die Lupe nehmen. Und die Geschichte über das Becherek neulich in der TAZ ist bezüglich nachbarschaftlicher Hilfe bestimmt kein Einzelfall. Das wird durch Gentrifizierung zerstört, dagegen helfen keine Gärten. Und es geht um viel mehr als einfach billigen Wohnraum.

  • carl.id22

    Paul: Was kann man unabhängig der sozialen Situation machen? Ich würde nicht sagen, dass die Leute in Marzahn-Hellersdorf nicht ihr Umfeld verbessern möchten.

    Es gibt ein Beispiel aus den späten 90ern dort – Anreize von oben; Interesse von unten, Nachbarschaftsgärten zu bauen.Ein Bürgerbegehren in Lichtenberg – Städtische Unternehmen halten sich nicht an den Mietspiegel.

    • Sigrun

      Paul keiner ist unabhängig von der sozialen Situation, aber natürlich ist es sinnvoll alle kleinen Schritte zu tun, die das Leben kommunikativ und freudvoll gestalten. Aber weißt du, man/frau kann sich dabei auch vorkommen wie der Sysiphos: Viele Projekte die in den 80igern und auch noch 90igern in Berlin aufgebaut wurden, werden nun aus Finanzmangel beendet.  Da muss man/frau schon auch gleichzeitig auf Garantien und Absicherung drängen.

  • carl.id22

    Zosch: Ihr denkt nicht an Leute, denen es nicht gut geht. Wir haben Teile der Bevölkerung mobilisieren können.

    Wir haben Leute im Kiez, die aus Friedrichshain haben wegziehen müssen, und sie sehen das Gleiche noch mal kommen. Wir wollen Mietpreisbindung – politische Instrumente von oben. Wir können nicht nur „auf brav“ machen.

  • carl.id22

    Offene Frage: Wie viele Leute sind in Berlin bereit, sich selbst zu versorgen?
    Diese Gemeinschaftsgärten sind unkomplizierte Zusammenkünfte – Leute können zusammenkommen.

  • carl.id22

    Hans> Es gibt ein großes Interesse an gemeinschaftliche Gärten, über viele Gesellschaftsschichten hinweg. Über das „Gartenmotiv“ kann man einiges fördern. Als City-Farmer kann ich einiges beitragen.

    • Sigrun

      Wie?? Gärtner gegen die Krise??? Die Armut in Berlin -  es leben im Schnitt 33% aller Kinder im ALG II bezug, hat auch etwas mit Jahrzehnte langer Versorgung durch die große Bundesfinanzspritze zu tun. Die Konzerne sind gegangen, als es keine Subventionen mehr gab, dann wurden die Subventionen für die Wohnungen eingestellt und städtisches Wohneigentum verkauft und nun haben die Menschen wenig Geld aber die Mieten steigen durch den freien Markt. Die Vielfalt der Wohnformen wird durch finanzielle Zwänge reduziert. Nur die Obdachlosenzahlen werden in den letzten Jahren immer höher. Zumindest in der Wahrnahme meines Augenscheines.

  • carl.id22

    Wien: superversorgter Wohnungsmarkt, von oben geregelt. Aber sie gucken nach Berlin, weil hier gibt’s immerhin die Möglichkeit, etwas zu gestalten.

  • carl.id22

    Umlage von Betriebskosten auf die Mieter; oberhalb einer bestimmten Grenze müssten diese Kosten vom Vermieter übernommen werden. Würde mehr zum Gedanken der Nachhaltigkeit führen.

  • merle

    es ist ein unglaublich tolles gefühl den mietvertag zu kündigen, gasag und bewag abzumelden. zu sagen: nein ich habe keine neue adresse, keinen neuen strom-, gas-, telefonanschluss… nie mehr die wohnung weiß zu streichen für den nachmieter, löcher in der wand zuzugipsen…
    in meinem wagen zu wohnen mit dem ich machen kann was ich will. ich könnte auch nen loch in die wand sägen und die tür an die andere seite bauen, wenn ich wollte. niemand kann mich da einschränken… dazu kann ich mit einer gruppe von menschen leben mit denen ich dinge realisieren kann die ich alleine nie auf die beine stellen könnte, ich fühle mich meistens sehr gut aufgehoben in unserer gruppe, ich liebe das wagenleben:)
    jetzt hab ich, wenn die sonne nicht scheint, nicht genug strom um musik zu hören, wenn ich im winter morgens aufwache brauche ich ne halbe stunde um den mut zu fassen aus den decken in die kälte zu steigen und das feuer  anzumachen, ich dusche bei der arbeit oder bei freunden, wohne auf 8×2,5 metern… das wagenleben hat einige nicht so komfortable aspekte, aber den komfort hat man als gefühl das weit über diese alltagsorganisatorischen dinge hinaus geht. verstehst du?
    es wäre schön wenn es in unserer stadt auch in zukunft orte gibt an denen menschen so leben können wie sie es sich wünschen, alternativen zur mietwohnung auch für menschen mit wenig geld, auch für menschen die sich nicht verschulden möchten um ihr ding zu machen.

    • yorck

      als urlauber und gast bekommt man einen relativ guten einblick in das geschehen in und rund um den platz.
      der status in der öffentlichkeit ist ein wichtiger faktor, um das bleiben und sein auf dem platz zu “rechtfertigen” und die akzeptanz zu fördern. die arbeit mit und in der umgebung “kann” das umfeld mit einbinden, allein das fehlen von zäunen und absperrungen zum eigentlich öffentlichen raum lädt dazu ein sich diese “lebensform” genauer anzusehen, genauso wie die zahlreichen kostenlosen veranstaltungen.
      das wiederum führt dazu, dass der bewohner bzw. gast ein teil seiner privatsphäre verliert, oder positiver gesagt, aufgibt.
       

  • carl.id22

    Vorschlag: Anlegen von gemeinschaftlichen Dachgärten. Mehr Grün in der Stadt, mehr Verantwortung. Kommt so was nur von den Mietern oder doch eher top-down

  • carl.id22

    Das Quartiersmanagement geht nicht die Probleme des Wohnens an. Geld wird für energetische Erneuerungen, für Kulturarbeit ausgegeben.

  • carl.id22

    Matthias // Wir haben eine schizophrene Situation. Leute von den Baugruppen sollten auch zu DeGeWo gehen, und ihre Ideen übertragen.

  • carl.id22

    Matthias: Bernauer Straße: DeGeWo – diversifiziert vom soziokulturellen, aber nicht im Wohnen. Und auf der anderen Seite der Bernauer Straße: ganz teuere Wohnungen.

  • carl.id22

    Ein Instrument – Geld vom Staat zum Renovieren wurde nur an Leute mit so einem Wohnberechtigungsschein vergeben.
    Matthias – Wir haben es in Berlin mit einer ausgeprägten Tradition „von unten“ zu tun haben. Ein Beispiel: Es gibt eine Tradition von Wohlfahrtsversorgung vom Staat, im Westen u. auch im Osten. Aber die Systeme waren krank.

  • carl.id22

    Katharina: In Prag – wer hat Geld, er kann im Zentrum leben. Es ist nicht gut, aber es ist transparent. Was sind die guten Grundsätze? Was sind gute Instrumente, um das zu beeinflussen?

  • carl.id22

    Welche Rolle spielen städtische Unternehmen?

  • carl.id22

    Paul: Berlin hat nicht das Problem von Ghettos am Stadtrand, wenn ich an Köpenick oder Zehlendorf denke – Warum verkauft die Stadt immer die städtischen Wohnungen? Warum nicht weiter behalten? 

  • carl.id22

    Paul: Es gibt eine Diversität im Bauen jetzt schon in Berlin. Interessante Projekte, gemeinschaftlichen Projekte – schon möglich, aber nur für die, die es sich leisten können.

  • carl.id22

    Zosch: Man hat schon versucht, ein soziales Milieu zu schaffen, in dem man Obergrenzen für Mieten setzt. Es gibt gesetzgeberische Mittel von Seiten des Landes, die Erhöhung einzugrenzen. Bisher hat der Staat kein Interesse, mietdämpfend zu wirken.

  • carl.id22

    Wie geht es auch fuer Menschen, die weniger Geld haben

  • carl.id22

    Frage: Inwiefern ist es möglich, für Sozialschwache mitzumachen?
    Angelika: was für Strukturen könnte man schaffen, um eine Quermischung in der Stadt – alles nebeneinander – zu ermöglichen?

  • carl.id22

    Michael von ExperimentCity – wie geht es weiter für bestimmten Projekten? Haben wir eine Zukunft mit solchen Projekten in Berlin?
    Es ist jetzt leider eine sehr schwierige Zeit. Die Mieten steigen. Es wird nur ein bisschen für Wohnprojekte bzw. Baugemeinschaften gemacht –

  • carl.id22

    Lena – ExperimentCity, ExperimentDays, studiert Stadtplanung
    Matthias – Tischler, Architekt, Ex-Hausbesetzer; Forscher u. Lehrer an der TU Berlin – „die kreativen Potenziale zu vermitteln“. Ich bin nicht einverstanden, was in der Stadt abgeht …
    Katharina – betreibt Forschung zu Baugruppen usw.
    Carl – German learner; urban planner from Brisbane; working with ExperimentCity
    Zosch – „wohin treibt die Stadtentwicklung? Können die Sozialschwachen in der Innenstadt bleiben? Gibt es in Zukunft sozialschwache nur in den Außenbezirken, wie in London?“

  • carl.id22

    Eine Vorstellungsrunde:
    Paul – Student Stadtplanung, engagiert in der Initiative „Spreeraum versenken“; viel gelernt darüber, wie die Bürgerinitiative umgesetzt werden kann
    Adam – studierte Stadtplanung; arbeitet bei ExperimentCity
    Hans Hein – Rentner u. Gärtner; Auseinandersetzung mit Stadtplanung u. Architektur
    Angelika – Architektin – Organisation u. Begleitung von Baugruppen („klassische“ u. nicht-klassische). In den Baugruppen Aspekte der Stadtentwicklung wie Experimente reinbringen …

  • carl.id22

    ‘Live from the Akademie Der künste’

    • Test

     

  • meike

    Hey alle,
    wir planen das spannendste Bauvorhaben der Stadt am Gleisdreieck in genossenschaftlicher Organisation. Generationenübergreifend wollen wir Alternativen im Zusammenleben entwickeln und das mitten in der Stadt für ca. 500 Menschen. Es ist ein Versuch, in jeder Hinsicht (Bau, Ökologie, Energie usw.) innovativ zu sein.  Eine Herausforderung ! Wir halten Euch auf dem Laufenden und mischen uns ein in die Diskussion in dieser Stadt..

  • Sigrun

    Hi alle miteinander,
    in den den 80igern war ich mal in Kanada – Westküste. Es gab damals  viel Arbeitslosigkeit in der Region, aber alle hatten ein Stück Land und bauten Häuser. Sehr unterschiedliche Häuser, keins glich dem anderen. Viele lebten in Familien häufig verbunden durch nachbarschaftlich organisierte Communities.  Das war in den Wäldern und an den Küsten der Inseln, allen voran Vancouver Island.
    Vancouver selbst war ganz anders. Es unterlag der Kapitalverwertung eines boomenden Immobilienmarktes, gerade wurde die Expo aufgebaut.  Nachdem der Wohnraum in der Stadt unerschwinglich teuer wurde, bauten Menschen mit Ideen  auf dem Küstenstreifen, der zwischen Ebbe und Flut lag, ein Pfahldorf. Rechtlich war dies Niemandsland. Sie besetzten den Strand. Doch nach langen Kämpfen und Prozessen wurden sie von dort vertrieben.
    Sie besetzten dann eine Insel, ca. 150 km von Vancover entfernt. Dort konnten sie bleiben, wurden eine Alternativkommune mit eigener kommunaler Verwaltung. Überall in der Welt müssen Menschen ihre Wohnung, ihr Leben wegen Kapitalinteressen verändern. Rücksichtnahme ist von diesen anonymisierten Marktprozessen wenig zu erwarten.
    Wenn es nicht gelingt, dass Menschen ihr wirtschaftliches Handeln auch an Interessen regionaler Gemeinschaften ausrichten, sich nicht nur am Profit sondern auch an Werten wie z.B. Gemeinwohl orientieren, wird es immer wieder Vertreibung geben, damit Profite erzielt werden können.
    Bisher haben die Verantwortlichen wenig aus der Krise gelernt. Die Krisenmacher lernen: Die Gemeinschaft zahlt die Rechnung unseres Zockspiels. Sei es Griechenland, die Banken oder die Immobilien: aufgebaut wird mit Staatsknete. Die Gewinne bleiben privat.

  • Carl

    I have only been in Berlin a short time (about 4 months) but what amazes me about this city and one of the things I love about it, is the diversity of housing options and local communities that comprise Berlin.
    Every district in Berlin seems to have a unique local identity, culture and housing culture.
    What I have seen and learnt through discussions with locals, is that gentrification is rapidly destroying the local housing options which are instead being replaced by modern expensive and generic housing. This then forces people to seek alternative housing options often outside of their local community.
    I think that it is essential for the city and the people of Berlin to have a number of different and afforable housing options that allow local identity and character to be preserved…
     
     
     

  • Xavier

    Die Berliner Wohnungspolitik darf nicht den Bedarf und die finanziellen Möglichkeiten der breiten Bevölkerung aus den Augen verlieren!

  • Xavier

    Ich denke, die Vielfalt an städtischen Lebensformen (und allen anderen Nutzungsmöglichkeiten) hängt nicht zuletzt davon ab, wem der Grund und Boden gehört, auf dem etwas stattfindet. Wenn etwas legal im Raum verortet wird, muss der Eigentümer damit i.d.R. einverstanden sein. Nicht-kommerzielle Nutzungen, urbane Experimente und eben auch alternative Wohnformen können aber oft den marktgerechten Miet- oder Kaufpreis für einen Eigentümer nicht aufbringen und sind somit auf Flächen angewiesen, die unter Kontrolle der öffentlichen Hand stehen. Auch in der Innenstadt verfügt Berlin über genügend Freiflächen in landes- oder Bezirksbesitz. Bezirke, die ungenutzte Flächen nicht marktgerecht vermieten, sind jedoch vom Finanzminister gezwungen, diese an den Liegenschaftsfonds abzugeben, wenn sie nicht im folgenden Haushaltsjahr “zur Strafe” für entgangene Mieteinnahmen schmerzhafte Budgetkürzungen riskieren wollen. Somit fällt es den Bezirken schwer, Flächen für urbane Experimente über längere Zeit bereit zu stellen – selbst wenn die Flächen brach fallen würden. Der Liegenschaftsfonds des Landes Berlin wiederum hat den alleinigen Auftrag, ungenutzte Grundstücke meistbietend zu verkaufen. Auch er hat somit “kein Interesse”, Flächen unterhalb des Marktwertes zur Verfügung zu stellen. Für die städtische Vielfalt bedeutet das ja dann, dass sich nur Nutzungen und Wohnformen durchsetzen werden, die bereit und in der Lage sind, den mindestens marktgerechten finanziellen Betrag dafür zu zahlen. Mit Qualität und Vielfalt hat das perse erstmal wenig zu tun, da es allein um Quantität geht – was vor allem innerstädtische Grundstücke betrifft. Dafür gibt es nur eine Lösung: Der Liegenschaftsfonds muss entweder reformiert oder abgeschafft werden, um vielfältige Nutzungen und Lebensformen auch in der Zukunft zu sichern und weiterentwickeln zu können. Auch der umfangreiche Landbesitz städtischer Unternehmen müssten aus einem übermäßigen Verwertungszwang befreit werden.

  • Michael

    should housing be seen as a right? similar to education and health care?  as rents and land values increase in Berlin and other cities, we should be asking ourselves how we can better maintain and encourage a diversity of housing forms and options, to match the growing diversity of lifestyles and interests… this calls for self-organisation, “from below” but also for changes in housing policy and rent controls. We also need to rediscover and create new financing structures for non-speculative housing forms…
     
     

  • Franzi

    Also mir ist wirklich wichtig, dass es direkt im Stadtzentrum Freiräume gibt, wo ich als Künstlerin gleichzeitig arbeiten und leben kann. Ich wohne schon viele Jahre im Bauwagen und viele Leute kommen vorbei zu sehen wie ich wohne. Auch viele Touristen fragen in verschiedenen Sprachen. Gleichzeitig arbeite ich als Künstlerin mit Kindern und Jugendlichen im Bereich Theater und Zirkus. Da ist es wichtig dass ich mitten in der Stadt  wohne und nicht irgendwo aufn Dorf. Auch will ich nie mehr in einer Wohnung wohnen wo sich jedes Jahr die Miete erhöht. Da müsste ich wohl bald meine Arbeit aufgeben…

  • Sabine Bojasch

    Wenn ich Hilfe brauche, wo kriege ich die her?
    Weil viele ältere Leute wollen ja keine Hilfe von außen; wollen alles von alleine schaffen und regeln. Eine alte Dame aus dem Dodohaus kommt dort gerne vorbei, da gibt es Tanz, Kultur, Musik und Vorträge. Sie kommt dort aber nur hin, weil ihr jemand eine Spur gelegt hat. Im Straßenraum wurden ihr Hocker und Schnüre an Bäumen und Häuserwänden befestigt, damit sie sich im Kiez zurechtfinden kann.
    Ein Verständnis von Wohnen das nicht nur die Wohnung sondern den ganzen Kiez mit einbezieht: Nachbarschaftliches Innenhofleben, jung und alt an einem Tisch, man kann sich austauschen, lernt voneinander und harmonisiert das Miteinander.
    In der Großstadt findest du Anonymität und Entfremdung, du kennst deine Nachbarn gar nicht mehr wirklich…

  • Angelika

    Offensichtlich will der Senat ja die Sorge für ein zukunftsfähiges gesundes urbanes Nebeneinander in der Stadt  gar nicht der Selbstorganisation überlassen, auch wenn das darin steckende Potential tatsächlich die fehlenden finanziellen Mittel an vielen Ecken wettmachen könnte, bzw relativ geringe Anschubmittel an den richtigen Stellen sehr viel bewirken könnten – es gibt ja Versuche, diese Strategie müsste aber in ganz anderem Ausmaß eingesetzt werden, und auch vielmehr mit der Idee der dauerhaften Verteilung/Überlassung von Verantwortung (Stadtentwicklungs-Akupunktur).
    Wenn es nun bezüglich Wohnraum keinen Papa Senat gäbe, wie müsste denn ein Vertrag über den Umgang mit kommunalen Flächen zwischen den Stadtbewohnern aussehen? Wie könnte man die wirtschaftlich entwickeln und betreiben mit den Mitteln, die zur Verfügung stehen? Alle müssten sich gegenseitig Zugeständnisse machen, verschiedene Ziele verfolgen zu dürfen.  In jedem Fall sind langfristige Perspektiven eine Voraussetzung dafür, dass Bewohner nachhaltige Eigeninitiativen ergreifen.
    Ein regulierender Überbau scheint mir aber doch sinnvoll, wenn er nicht alle Verantwortung von vornherein absorbiert.  Selbstheilung ohne Akupunktur wäre noch schwieriger.

  • Michael

    for a short and sweet video review of the Wagenburg Lohmühle in Berlin, see:

    http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/das-koenigreich-lohmuehle/

    Foto/Video-Reportage
    Das Königreich Lohmühle

    Sie wohnen in Bauwagen, wollen selbstbestimmt leben. Die Bewohner des Wagendorfes Lohmühle mitten in Berlin bezeichnen ihre Siedlung als “umgefallenes Miethaus”. VON ANNA JOCKISCH
    Die taz

  • Michael

    For an interesting list of  self-organized , self-managed housing in the Berlin area, check out the online data-base and network of collaborative housing:

    http://www.wohnportal-berlin.de/

  • Konwen

    Unsustainable Development leads to diseappearing diversity. The protection and support of the city’s cultural and bio-diversity are an important prerequisite for sustainable development. The city needs to support diverse and sustainable forms of living together such as the Wagenburg Lohmühle. However at the moment the opposite seems to happen which is contradictory to the city’s long term aim to become more sustainable.

  • m

    …Berlin’s diversity of housing cultures is not only an interesting part of the city, this is a foundation for its sustainable development… unfortunately threatened by speculative and gentrifying developments!

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